- Adsorptionstrockner
- Bautrockner, der Feuchtigkeit aus der Raumluft über ein hygroskopisches Material (meist Silikagel oder Zeolith) entzieht. Funktioniert auch bei kühleren Raumtemperaturen (5–25 °C) und niedriger Luftfeuchte — anders als reine Kondenstrockner.
- BAFA-Förderung
- Zuschuss des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle für energetische Sanierungen. Für WDVS aktuell 15 % der förderfähigen Kosten plus 5 % iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan). Förderhöchstgrenze 30.000 € ohne iSFP, 60.000 € mit iSFP.
- CM-Messung (Calciumcarbid-Methode)
- Standard-Verfahren zur exakten Bestimmung der Estrich-Restfeuchte. Eine Probe des Estrichs wird mit Calciumcarbid in einer Druckflasche zur Reaktion gebracht — der entstehende Druck korreliert mit dem Wassergehalt. Grenzwerte: ≤ 2,0 % bei Zementestrich, ≤ 0,5 % bei Anhydritestrich.
- Dämmschichttrocknung
- Spezielle Trocknungs-Verfahren für die Dämmebene unter dem Estrich. Standard-Bautrockner erreichen diese Schicht nicht — stattdessen werden Bohrungen gesetzt und mit Über- oder Unterdruck-Verfahren (z. B. Corroventa-Geräten) die Restfeuchte gezielt herausgetrocknet.
- Diffusionsoffen
- Eigenschaft einer Beschichtung, Wasserdampf von innen nach außen entweichen zu lassen. Wichtig für die Bauphysik der Wand — verhindert Feuchteanstau und Schimmelbildung. Mineralische Systeme sind diffusionsoffen, reine Dispersionsfarben kaum.
- Direktabrechnung
- Abrechnungs-Modell, bei dem der Sanierungsbetrieb die Schlussrechnung direkt an den Versicherer stellt. Der Geschädigte zahlt nur die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung. Erfordert vorherige Genehmigung durch den Versicherer.
- Glasfaser-Tapete
- Hochfeste Wandbeschichtung aus gewebten Glasfasern. Brandschutz-konform, schlagfest, beliebig oft überstreichbar. Standzeit 20–30 Jahre. Wird in Treppenhäusern, Fluren und gewerblichen Räumen eingesetzt.
- Hausratversicherung
- Versicherung des Bewohners (Mieter oder Eigentümer) für bewegliche Sachen (Möbel, Elektronik, Kleidung, Vorhänge). Übernimmt bei Wasserschaden auch häufig Hotel- und Verpflegungsmehrkosten, wenn die Wohnung unbenutzbar wird.
- HEPA-Filter
- Hochleistungs-Schwebstofffilter (High Efficiency Particulate Air), der Partikel ab 0,3 µm zu mind. 99,95 % zurückhält. Verhindert bei Schimmelsanierung und Dämmschichttrocknung das Verteilen von Sporen im Raum.
- iSFP — individueller Sanierungsfahrplan
- Von einem qualifizierten Energieberater erstellter Sanierungsplan, der einzelne Maßnahmen wirtschaftlich und energetisch bewertet. Berechtigt zu zusätzlichen 5 % BAFA-Bonus und verdoppelt die Förderhöchstgrenze.
- KfW 261
- Förderkredit der KfW für die Sanierung zum Effizienzhaus. Tilgungszuschuss zwischen 5 % (EH-85) und 45 % (EH-40 mit allen Boni). Wird häufig als Alternative oder Ergänzung zur BAFA-Förderung genutzt.
- Kondenstrockner
- Bautrockner, der die Raumluft abkühlt, sodass Wasser kondensiert und in einen Behälter abläuft. Funktioniert effizient bei warmer, feuchter Raumluft. Bei kühleren Räumen oder niedriger Luftfeuchte kommt der Adsorptionstrockner zum Einsatz.
- Leckageortung
- Zerstörungsfreie Suche nach der Wasseraustritts-Stelle. Methoden: Thermografie (Infrarot-Kamera), Akustik (Mikrofon an Rohren), Endoskopie (Mini-Kamera in Hohlräumen), Spürgas (Wasserstoff-Stickstoff-Gemisch), Druckprüfung. Vermeidet Wand- und Boden-Aufrisse auf Verdacht.
- Mängelanzeige (§ 536c BGB)
- Schriftliche Anzeige eines Mietsachen-Mangels an den Vermieter. Pflicht des Mieters, löst die Pflicht des Vermieters zur Mangelbeseitigung aus. Bei Wasserschaden essenziell — am besten mit Foto, Uhrzeit und beschriebenem Schadensumfang.
- Nutzungsklasse (Bodenbelag)
- Klassifizierung von Bodenbelägen nach Belastbarkeit. Klasse 23 = Wohnbereich stark beansprucht. Klasse 32 = Gewerbe normal. Klasse 33 = Gewerbe stark beansprucht. Vinyl und Designboden meist Klasse 23–33, Parkett Wohnbereich.
- Putzfestiger
- Tiefgrund-Lösung, die sandende, kreidende oder lose Putzoberflächen verfestigt. Wird vor der eigentlichen Beschichtung aufgebracht, dringt tief ein und bindet die obere Putzschicht — Voraussetzung für jeden langlebigen Fassadenanstrich auf Altsubstanz.
- Q1, Q2, Q3, Q4 (Oberflächenqualität)
- Vier Qualitätsstufen für Wand- und Deckenoberflächen nach DIN 18202 und ergänzendem Merkblatt. Q1 = nur Stöße verspachtelt (Lager). Q2 = Standard (matte Farbe, normale Beleuchtung). Q3 = Sonderspachtelung (gestreutes Licht, glatte Wirkung). Q4 = Premium (streiflichttauglich, fast spiegelglatt).
- Reinacryl-Dispersion
- Standard-Fassadenfarbe auf Acryl-Kunststoff-Basis. Bildet einen Plastikfilm auf der Wand — günstig, aber kurzlebig (5–8 Jahre algenfrei). Wird heute zunehmend durch Silikonharz und Sol-Silikat ersetzt.
- Schadensnummer
- Eindeutige Vorgangs-ID, die der Versicherer beim ersten Schadensanruf vergibt. Alle nachfolgenden Dokumente, Rechnungen und Korrespondenzen werden über diese Nummer verknüpft. Sollten Sie als Geschädigter immer parat haben.
- Schimmel-Schadensklassen (BG Bau)
- Klassifizierung des Schimmelbefalls nach DGUV-Information 201-028. Klasse 1: bis 0,5 m² (Eigenarbeit möglich). Klasse 2: 0,5–3 m² (Fachbetrieb mit Schutzkleidung). Klasse 3: über 3 m² oder besondere Risiken (vollständige Schwarz-Weiß-Trennung, Unterdruckhaltung).
- Schlagregenschutz
- Fähigkeit der Fassade, eindringendes Regenwasser abzuhalten. Gemessen in W-Wert (Wasseraufnahmekoeffizient). Premium-Beschichtungen erreichen W < 0,1 kg/(m²·√h), bleiben aber gleichzeitig diffusionsoffen — der entscheidende bauphysikalische Spagat.
- Selbstbeteiligung
- Im Versicherungsvertrag vereinbarter Eigenanteil pro Schadensfall. Bei Wohngebäude- und Hausratversicherungen typisch 150–500 €. Wird auch bei Direktabrechnung vom Geschädigten getragen.
- Selbstvornahmerecht (§ 536a BGB)
- Recht des Mieters, bei Untätigkeit des Vermieters und Gefahr im Verzug selbst einen Sanierer zu beauftragen und die Kosten vom Vermieter zurückzuverlangen. Voraussetzung: dokumentierter Versuch, den Vermieter zu erreichen.
- Silikonharz-Farbe
- Fassadenfarbe mit Silikonharz-Bindemittel — extrem wasserabweisend (Lotus-Effekt), gleichzeitig diffusionsoffen. Standzeit 10–15 Jahre algenfrei. Gute Alternative zu Silikat bei nicht-mineralischen Untergründen.
- Sol-Silikat
- Moderne Weiterentwicklung der reinen Silikatfarbe — Kaliwasserglas plus Kieselsol plus max. 5 % organischer Bindemittel-Anteil. Geht eine chemische Verbindung mit dem Untergrund ein (Verkieselung), bleibt diffusionsoffen, hält 15–20 Jahre algenfrei.
- Spachteltechnik
- Sammelbegriff für alle Glätt- und Strukturierungs-Verfahren an Wand und Decke — von der Standard-Q2-Verspachtelung bis zu dekorativen Spachtelputzen wie Stuc-Optik, Travertin oder Mikrozement.
- Spürgas-Methode
- Leckageortung mit einem Wasserstoff-Stickstoff-Gemisch (Formiergas), das in das Rohrsystem eingeleitet wird. Tritt das Gas durch ein Leck aus, wird es mit hochempfindlichen Sonden an der Wand- oder Bodenoberfläche detektiert.
- Streiflicht
- Seitlich einfallendes Licht (durch große Fensterflächen, tiefstehende Sonne, Wandleuchten), das jede Unebenheit auf der Wand sichtbar macht. Entscheidet, ob eine Wand Q2, Q3 oder Q4 sein muss.
- Thermografie
- Bildgebendes Verfahren mit Infrarot-Kamera, das Temperaturunterschiede sichtbar macht. Feuchte Stellen sind kühler als die Umgebung — eine Thermografie zeigt darum, wo Wasser in einer Wand oder einem Boden steckt, ohne Aufrisse.
- Überdruckverfahren
- Dämmschicht-Trocknungs-Variante, bei der getrocknete Luft mit Druck in die Dämmebene gepresst wird. Schneller als Unterdruck, aber lauter und mit Schimmelsporen-Risiko bei vorbelasteten Dämmungen. Auch genannt: Druckverfahren.
- Unterdruckverfahren
- Dämmschicht-Trocknungs-Variante, bei der feuchte Luft aus der Dämmebene abgesaugt und durch einen HEPA-Filter und Adsorber geführt wird. Leiser, sauberer, sicherer bei Schimmelverdacht. Auch genannt: Saugverfahren.
- Untergrund-Diagnose
- Systematische Prüfung der Wandoberfläche vor jeder Sanierung — Wischprobe (kreidet die Oberfläche), Wassertest (saugend oder abweisend), Risskartierung, ggf. CM-Messung. Entscheidet über Materialwahl und Vorbereitungsschritte.
- Verkieselung
- Chemische Reaktion zwischen Silikatfarbe (Kaliwasserglas) und mineralischem Untergrund. Der Anstrich verbindet sich mit der Wand zu einer Einheit — kein „aufgetragener Film", sondern Teil der Wand selbst. Sorgt für extreme Langlebigkeit.
- Vliestapete
- Moderne Tapete mit Vlies-Träger statt Papier. Wird trocken angebracht — der Kleister wird an die Wand statt an die Tapete aufgetragen. Reißfest, dimensionsstabil, leicht zu entfernen, kaschiert kleinere Wand-Unebenheiten.
- WDVS — Wärmedämmverbundsystem
- Mehrschichtiges Außendämmsystem aus Dämmstoff (EPS, Mineralwolle oder Holzfaser), Klebemörtel, Armierungsgewebe und Oberputz. Reduziert den Wärmeverlust einer Außenwand um 30–50 % bei Häusern vor 1995. Wird häufig mit BAFA-Förderung kombiniert.
- Wohngebäudeversicherung
- Versicherung des Hauseigentümers für feste Bestandteile des Gebäudes (Wände, Böden, Estrich, Dämmung, fest verbaute Küche). Übernimmt bei Wasserschaden die Trocknungs- und Wiederherstellungs-Kosten der Substanz.
- Wohngesund / emissionsarm
- Materialien ohne kritische Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC), Formaldehyd oder Lösungsmittel. Gekennzeichnet z. B. durch Blauer Engel (Wandfarben) oder EMICODE EC1+ (Bodenkleber). Wichtig für Allergiker und Familien mit Kleinkindern.