Eine Fassadensanierung in Biberach kann ein überschaubarer Neuanstrich sein — oder eine komplette energetische Sanierung mit Dämmung, neuem Putz und Förderantrag. Zwischen diesen beiden Enden liegen Faktor 4 bis 5 im Aufwand. Pauschalpreise wären deshalb unseriös. Was wir Ihnen geben können: eine ehrliche Aufschlüsselung der Faktoren, die den Preis tatsächlich machen — und ein Festpreis-Angebot nach Vor-Ort-Termin.
Die drei häufigsten Sanierungsarten in Biberach
1. Reiner Fassadenanstrich (ohne Putzsanierung)
Wenn der Putz noch in gutem Zustand ist — keine größeren Risse, kein Algenbefall, Untergrund tragfähig — reicht ein hochwertiger Neuanstrich. Wir verwenden hier meist Silikonharzfarbe (z. B. Caparol AmphiSilan) oder Sol-Silikat (Caparol Histolith Sol-Silikat, Sylitol-Fassadenfarbe). Standzeit bei mineralischem System: 15–20 Jahre.
Kostentreiber bei dieser Variante: Fassadenfläche, Gerüststandzeit, Voranstriche/Tiefengrund, Anzahl der Anstrich-Gänge (in der Regel 2×), Detailgrad (Fensterleibungen, Sockel, Anschlüsse).
2. Komplette Fassadensanierung (mit Putz-Reparatur)
Wenn die Substanz Risse hat, Algen wuchern, Putz teilweise abbröckelt oder Salze ausblühen — dann reicht Anstrich allein nicht. Wir machen partielle Putzsanierung (oder komplett neu auf größeren Flächen), danach Neuanstrich.
Kostentreiber zusätzlich zu Variante 1: Algen- und Pilzbeseitigung, Anteil der zu sanierenden Putzfläche, Risssanierung (elastisch oder Gewebe-armiert), Sockelsanierung, längere Gerüststandzeit. Das ist der häufigste Projekttyp in Oberschwaben für Häuser zwischen 25 und 50 Jahren.
3. WDVS-Sanierung (mit Wärmedämmung)
Bei energetischer Sanierung wird das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) auf die alte Fassade aufgebracht. Das bedeutet 14–20 cm Dämmstärke, neuer Putzaufbau, neuer Anstrich. Die Investition ist deutlich höher — dafür sparen Sie 30–50 % Heizenergie und können BAFA-Förderung in Anspruch nehmen.
Kostentreiber zusätzlich: Dämmstoffwahl (EPS, Mineralwolle, Holzfaser), Dämmstärke, WDVS-Systemaufbau (kleben, dübeln, armieren), Putzschicht + Schlussbeschichtung, Detailausbildung an Fenstern/Türen/Sockel, Energieberater + iSFP für den Förderantrag.
Warum sich Angebote so stark unterscheiden
Warum unterscheiden sich Angebote selbst innerhalb derselben Sanierungsart so stark? Die wichtigsten Hebel:
- Zustand des Untergrunds — bei tragfähigem Putz entfallen aufwendige Vorarbeiten. Bei mürbem oder versalztem Putz wird die Vorbereitung zum größten Posten.
- Hausgeometrie — komplizierte Erker, Balkone, Dachgauben, Anbauten kosten Stunden. Eine glatte Würfel-Geometrie ist günstig pro m².
- Zugänglichkeit — Häuser im engen Bestand mit Reihenbebauung brauchen mehr Logistik beim Gerüst (Aufzug, Brücken, Schutzdach Nachbarhaus).
- Premiumgrad des Materials — Sol-Silikat ist im Material spürbar teurer als Silikonharz, hält dafür typisch 20+ statt 15 Jahre. Dispersionsfarbe wäre am günstigsten, aber bei Fassaden raten wir konsequent ab.
- Sockel- und Detailgrad — Spritzwasserzone mit Natursteinsockel anders als glatte Wand, Fensterleibungen mit Faschen anders als bündig.
- Gerüst-Standzeit — je länger die Bauzeit (Trocknungspausen, Putz standzeiten), desto teurer das Gerüst.
Was es NICHT geben sollte: Lockangebote
Wenn Sie ein Angebot bekommen, das deutlich unter den anderen Angeboten liegt — schauen Sie genau hin. Typische Wege, wie Anbieter den Preis künstlich drücken:
- Dispersionsfarbe statt mineralisch — spart Material, hält aber nur 5–7 Jahre statt 15–20.
- Keine Untergrunddiagnose — wird übermalt statt repariert, Schaden kommt nach 2–3 Jahren zurück.
- Versteckte Nachträge — „nicht im Angebot enthaltene Putzschäden" werden bei Arbeitsbeginn als Extra abgerechnet.
- Wechselnde Trupps — der Vorarbeiter, der die Aufnahme gemacht hat, steht bei der Ausführung nicht mehr vor Ort. Verantwortung diffus.
- Keine Standzeit-Aussage — wer den Anstrich nicht mit der konkreten Standzeiterwartung des Hersteller-Systems versieht, vermeidet die spätere Haftung.
Eine seriöse Sanierung in Biberach hat ihren Preis — und im Mängelfall (auch im Premium-Segment gibt es Beanstandungen) müssen Sie wissen, wer dahinter steht und erreichbar bleibt.
Drei Beispielprojekte aus 2024/2025
Beispiel 1 — EFH in Attenweiler
175 m² Fassade, Baujahr 1985, leichte Algenbildung, kleine Haarrisse. Algenbeseitigung, mineralische Grundierung, 3× Caparol AmphiSilan (Silikonharz). Gerüst 2,5 Wochen, Bauzeit gesamt 3 Wochen. Standzeit-Erwartung des Systems: 15 Jahre.
Beispiel 2 — Reihenhaus in Laupheim
135 m² Fassade, Baujahr 1995, partielle Putzsanierung an der Wetterseite (ca. 25 %), neue Sockeldämmung. Mineralischer Anstrich, 2× streichen. Bauzeit gesamt 4 Wochen inklusive Trocknungspausen.
Beispiel 3 — EFH in Biberach (Mittelbiberach)
210 m² Fassade, Baujahr 1976, energetische Komplettsanierung mit 16 cm Mineralwolle- WDVS, neue Putzschicht, Sol-Silikat-Schlussbeschichtung. Mit BAFA-Förderung über iSFP (20 % Zuschuss auf förderfähige Kosten). Bauzeit 7 Wochen, Heizenergie-Einsparung in der ersten Heizperiode nach Sanierung über 40 % gegenüber Vorzustand.
Vorgehen für Ihre eigene Kostenschätzung
- Fassadenfläche grob ermitteln — Umfang Ihres Hauses × Höhe minus ca. 15 % für Fenster und Türen. EFH-Faustregel: 150–230 m².
- Zustand bewerten — gibt es Risse, Algen, Abplatzungen? Reicht Anstrich oder ist Putzsanierung nötig?
- Energetisch sinnvoll? — Baujahr vor 1995 + spürbar hohe Heizkosten = WDVS oft wirtschaftlich. Energieberater bringt Klarheit.
- 2–3 Vor-Ort-Termine bei unterschiedlichen Anbietern einholen — schriftliche Festpreis-Angebote nach Aufmaß.
- Angebote vergleichen nicht nur nach Endsumme, sondern nach Materialwahl, Vorarbeiten, Gerüst, Garantieaussage und vor allem nach Standzeit-Erwartung des Systems.




